Geschichte
Vor dem Anfang war das Öffnen grosser Flügeltüren. Der Mann, der dies tat, ein Arzt, machte eine ausladende Geste in den sich öffnenden Raum, und fragte, sich zurückwendend: «Ist das ungefähr, was Sie sich gedacht haben? Entspräche dies Ihren Vorstellungen?»
Der Patient, dem die Frage galt, war ein Orchestermusiker. Eben erzählte er von der Not vieler Musiker, denen, obwohl als Solist ausgebildet, mangels verfügbarer Räume verwehrt ist, sich solistisch als Kammermusiker zu betätigen. Als dieser den Raum sah und darin auch noch einen Flügel entdeckte – das war 1991 der Beginn der Kammermusik Freigut.
Der Name der Konzertreihe wurde schlicht nach der Strasse gewählt, an der sich die geräumige Praxis und Wohnung zwischen der City und dem Zürcher Enge-Bezirk befand. Die öffentlich zugänglichen Kammermusikabende entsprachen offensichtlich einem Bedürfnis – sie wurden auch bald eine Institution. Monatlich folgten nun Konzerte. Künstlerinnen und Künstler, bekannte und am Anfang ihrer Karriere stehende Namen, wechselten sich ab. Auch das Feuilleton wurde aufmerksam.
Nach einem Umzug finden heute die Konzerte am Fusse des Zürichberges statt. Und ein zweiter Flügel kam hinzu.